Kurz und knapp

  • Eine Bruderhahn-Patenschaft kostet einmalig 25 Euro.
  • Dafür wird ein Bio-Bruderhahn drei bis vier Monate lang in unserem Partnerbetrieb aufgezogen.
  • Als Dankeschön für dein Engagement schicken wir dir (oder demjenigen, den Du beschenken möchtest) eine kleine Auswahl leckerer Gockelgerichte samt dazu passender Nudeln nach Hause.
    Dafür landet dann natürlich nicht genau Dein Hahn im Glas – der darf noch eine ganze Weile mit seinen Brüdern Jens Boddens Weiden bewohnen.

Übernimm eine Patenschaft!

Bruderhähne: ein Thema, über das sich viele Leute Gedanken machen. Wir auch.

Deshalb haben wir uns einen Lösungsansatz überlegt: Unser Partner und Junghennenaufzüchter Bioland-Hof Jens Bodden zieht seit einiger Zeit Bruderhähne groß – nach denselben Bio-Richtlinien, die für alle unsere Hennen gelten, und so viele, wie er verkauft bekommt. Leider sind das ausgesprochen wenig.

Aber fangen wir vorne an! Es freut uns, dass sich immer mehr Menschen mit dem Bruderhahn-Thema beschäftigen, es verstehen und dann aktiv werden. Deshalb hier ein paar Hintergründe:

Warum ist die Situation überhaupt, wie sie ist?

Da die Legehennen zur Eierproduktion gezüchtet werden, setzen sie kein Fleisch an wie Masthühner, die wiederum wenige Eier legen. Die Hähne der Legehennen-Züchtung sind – salopp gesagt – „sportlich-mager“ gebaut. Und weil sie während der Aufzucht fast den ganzen Tag im Grünen unterwegs sind, hauen sie auch rein wie die Sportler!

Genau da liegt der Knackpunkt für jeden, der von der Eierproduktion lebt und ein Herz für Gockel hat: Die Hähne erzeugen hohe Unterhaltskosten, die der Hühnerhalter in der Regel weder auf den Eierpreis umlegen noch über den Verkauf von Fleisch ausgleichen kann. Davon nämlich haben die Gockel so wenig, dass kaum jemand bereit ist, einen angemessenen Preis zu bezahlen.

oder

Den Jungs gehts gut!

Ein paar Gedanken
zum Töten von Eintagsküken

Das Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig hat im Juni 2019 entschieden, dass das Töten der Eintagsküken bis auf Weiteres erlaubt bleibt.

Wohlgemerkt: Das Töten, nicht das Schreddern.

Letzterer Begriff hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch leider als festes Synonym für den Umgang mit den Bruderhähnen eingebürgert und ist in den Medien omnipräsent, so dass man kaum an ihm vorbeikommt.

Deshalb möchten wir an dieser Stelle festhalten:

Das „Schreddern“ der Küken bei lebendigen Leib ist und bleibt in Deutschland bereits seit etlichen Jahren verboten (in der ökologischen Haltung sowieso).

Sie werden mit Kohlendioxid eingeschläfert und dann von Tierheimen, Zoos und Greifvogelstationen stark nachgefragt. Auch das ist natürlich kein Zustand und ethisch fragwürdig. Aber es hat nichts mit dem Horrorszenario zu tun, das sich im Kopf abspielt, wenn das berühmt-berüchtigte Schlagwort „Schreddern“ fällt.

Zudem tut sich hier schon wieder ein anderes Dilemma auf (wie fast immer, wenn der Mensch erst einmal in die Natur eingegriffen hat und das Rad sich schwerlich zurückdrehen lässt): All diese Einrichtungen wären zum jetzigen Zeitpunkt ohne die Küken arm dran, denn für etliche Vögel und Säugetiere steht Geflügel auf dem natürlichen Speiseplan ganz weit oben. Insofern finden die männlichen Küken eine Verwendung abseits des menschlichen Verzehrs. Wenn man den Gedanken weiter verfolgt, dass auf einen Schlag keine Küken mehr getötet würden, kommt man zu dem Schluss, dass stattdessen Mäuse und andere Nager extra als Tierfutter gezüchtet und auch mit Getreide gefüttert werden müssten …

Es wird deutlich, wie komplex das Thema ist und dass es zumindest keine schnelle Lösung gibt.

Welche Alternativen gibt es?

Zum einen sind da die Möglichkeiten zur Früherkennung des Geschlechts bereits im Brutei, die schon zum Einsatz kommen. Diese finden bei etlichen Bio-Verbänden nur geteilten Beifall; die entscheidende Frage ist, ab wann der Embryo etwas von dieser Behandlung mitbekommt.
Zum anderen arbeitet man an der Züchtung von „Zweinutzungshühnern“, die sowohl Eier legen als auch Fleisch ansetzen – ebenfalls ein vielversprechender Lösungsansatz, allerdings wird es noch lange dauern, bevor man hier zufriedenstellende Ergebnisse erwarten darf. Züchten funktioniert eben nicht von heute auf morgen.

Wir möchten aber gerne jetzt etwas unternehmen – und Du kannst uns helfen, wenn Du möchtest, indem Du eine Patenschaft übernimmst oder eine verschenkst.